SGSW gewinnt auch “Halbfinale” in Pforzheim – Klassenerhalt in eigener Hand

22. April 2024 | HERREN 1

Eine große Jubeltraube stürmte nach Spielende in Richtung Torwart Matthias Küpper, der mit seiner spielentscheidenden Parade wenige Sekunden vor Spielende den enorm wichtigen Auswärtssieg der SG Stutensee-Weingarten gegen den direkten Konkurrenten TGS Pforzheim 2 klarmachte und die Orangenen einen Schritt näher in Richtung Klassenerhalt in der Landesliga brachte. Durch den Erfolg in der Bertha-Benz-Halle baute die SGSW ihre Serie auf 7:1-Punkte in den letzten vier Spielen aus. Doch der Reihe nach…

Marvin Maurer eröffnete mit seinem Treffer (2’) den Torreigen einer Partie, der die Bedeutung von Beginn an anzumerken war. Bereits in der 7. Spielminute gab es die erste Disqualifikation für die Gastgeber, als Anton Huber im erweiterten Gegenstoß von hinten umgerissen wurde. Anschließend entwickelte sich ein kampfbetontes Spiel, bei dem sich kein Team mit mehr als einem Tor absetzten konnte und Pforzheim zumeist knapp führte. Insbesondere TGS-Rückraumshooter Havryliuk bereitete der Abwehr der SGSW ein ums andere Mal Probleme und wurde in der Folge manngedeckt. Nach einer weiteren roten Karte, diesmal gegen den Pforzheimer Torwart, der den Ball im Feld verfehlte und mit einem Gegenspieler kollidierte (21’), kippte das Spiel erstmals in Richtung der Mannschaft aus der Hölle Hardt, die mit einer knappen 12:11-Führung in die Pause ging.

Die zweite Halbzeit begann gut für die Mannschaft um Toptorschütze Dustyn Haak (10), der nach einer Drei-Tore-Führung allerdings in der 40. Minute selbst nach der dritten Zeitstrafe auf der Tribüne Platz nehmen musste. Pforzheim kam stark zurück und die Intensität der Partie nahm weiter zu. Viele Fouls und Nickligkeiten waren die Folge. Wenige Minuten vor Ende glichen die Goldstäder aus und alles war wieder offen (22:22, 54’). Es folgte eine Achterbahn der Emotionen: Björn Heiß und Jens Lengert sorgten für einen Vorsprung von zwei Toren knapp 45 Sekunden vor Spielende und die SGSW wähnte sich bereits auf der Siegerstraße. Doch Pforzheim markierte den 25:24-Anschlusstreffer und stellte anschließend auf eine offene Manndeckung um. Die SG ließ sich trotz Auszeit zu einem frühen Abschluss hinreißen, vergab diesen und setze auch den Nachwurf neben das Tor. Die TGS hatte noch einen letzten Angriff um das Spiel auszugleichen, doch Küpper war zur Stelle und hielt die zwei Punkte fest.

Trainer Tim Kaupa war angesichts des Spielverlaufs nach Spielende höchst emotional: “Was ein wilder Ritt. Das Spiel war so intensiv und so umkämpft, dass ich nach dem Spiel keine Worte hatte. Nach einigen Psychotherapiesitzungen später, habe ich meine Stimme nun aber wieder gefunden. Ich bin sehr stolz auf meine Jungs. Wir hatten diese Saison wirklich viele Spiele wo wir lange geführt haben und die Führung dann nicht über die Ziellinie gebracht haben. Auch heute hat uns in der ein oder anderen Situation die Cleverness gefehlt. Aber wir haben gekämpft wie die Löwen. In der Crunchtime haben dann vor allem Jens Lengert und Björn Heiß die Verantwortung getragen. Ganz wichtig auch, dass Matze Küpper uns am Ende mit wichtigen Paraden den Sieg festhält. Kompliment auch an die Schiedsrichter, die das nicht einfache Spiel, im Großen und Ganzen, gut geleitet haben.”

Nun kann die Mannschaft im Saisonfinale am kommenden Sonntag um 18 Uhr den Verbleib in der Landesliga endgültig festzurren. Die Jungs aus der Hölle Hardt benötigen lediglich einen Punkt. Kaupa: “Mit dem Finale gegen die SG Hambrücken/Weiher können wir unser Handballwunder ‘Klassenerhalt’ in die Handballgeschichtsbücher schreiben und unsere Serie auf 9:1 Punkte aus den letzten fünf Spielen stellen. Den letzten Schritt wollen wir noch gehen.”

Für die SG Stutensee-Weingarten spielten: Hof, Küpper; Haak (10/5), Lengert (4), Marvin Maurer (3), Huber, Dichiser, Heiß (je 2), Sebold, Vogel (je 1), Juhl, Hartung, Mika Maurer, Küfner

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